Rückruf - aber sicher!





Für einen waschechten Jagdhund gehört es sich selbstverständlich auch einen richtig guten Rückruf zu haben. Dafür hat sich Frauchen selbstverständlich etwas ganz tolles ausgedacht. Die Olle muss ja ihre Stimme schonen, deshalb ist vor 1 Jahr eine Büffelhornpfeife bei uns eingezogen. Auf der einen Seite hat die einen Trillerpfiff und auf der anderen einen klaren Pfiff. Für meinen Bruder Glenn gab es natürlich auch eine Pfeife, aber nur mit klarem Pfiff.





So ein Rückruf ist nicht nur für Jäger wie mich wichtig, sondern für jeden Vierbeiner, denn im Ernstfall kann er Leben retten. Wer hat denn nicht schon mal die Horrorszene mit der Schnellstraße durchgespielt oder vielleicht ist es euch sogar schon passiert? Also ich will nicht als Setterflunder enden und ihr?





Natürlich darf die richtige Motivation beim Training nicht fehlen. Dafür eignet sich eigentlich alles auf was Vierbeiner abfährt. Leckerchen, Streicheleinheiten und Spielzeug in allen Varianten. Zur Absicherung darf natürlich eine Schleppleine nicht fehlen, denn wer nicht hört darf nicht von der Leine.Wir empfehlen ca. 7m. Leider sind handelsübliche Feldleinen erstens teuer und zweitens viel zu schwer, vorallem wenn sie sich mit Wasser vollsaugen.


Wir empfehlen euch daher mal im Baumarkt oder Globetrotter nach Stricken und Seilen ausschau zu halten. Dort kann man sich jede Länge selbst schneiden lassen, es ist deutlich preiswerter (ca. 3-4€ für 7m) und die Stricke leichter. Bei Globetrotter gibt es dann meistens noch sehr günstig leichte kleine Karabiner (ca. 2€), die man an einer Seite befestigen kann. Jetzt kann es los gehen!



Drückt eurem Zweibeiner nun Pfeife, Motivation und Leine, die selbstverständlich an einem gut sitzenden Geschirr befestigt ist, in die Hand. Animiert euer Zweibein nun dazu mit der Pfeife zu spielen und immer wenn ein Ton erklingt euch ein Motivationsschub zu verpasse. (Leckerchen, Spielzeug etc.) Das könnt ihr ruhig über 1 Woche verlangen. Damit überfordert ihr eure Menschen bestimmt nicht. 





Sitzt das, könnt ihr einen Schritt weiter gehen. Der Pfiff kommt nun immer unvorbereitet. Dabei müssen wir betonen das der Pfiff immer nur genutzt wird, wenn ihr an der Leine seid! Sollten die Ohren nämlich mal wieder verstopft sein kann man sich dem Kommando nicht entziehen. Optimaler Weise angelt sich das Zweibein dann den Frechdachs über die Leine. Komme was da wolle. Es wird kein zweites Mal gepfiffen. Selbstverständlich gibt es dann keine Belohnung, aber auch keine Strafe! Wir wollen schließlich keine negativen Erfahrung auf den Pfiff.


Die Übung wird erfahrungsgemäß schnell sitzen. Pfiff! - zu Frauchen oder Herrchen laufen. Jetzt wollen wir ja aber auch die nötige Geschwindigkeit in den Rückruf bringe. Beim Pfiff ist Sprint angesagt meine Damen und Herren - SPRINT! Dazu bietet es sich an den Vierbeiner richtig heiß auf etwas zu machen. Mit Spielzeug/Leckerchen rumwedeln, aber natürlich nicht geben. Danach in die Ablage schicken. Sich entfernen bis zum Ende der Leine uuuuuuuund PFIFF! Das kann natürlich übersprungen werden, wenn man schon eine Flitzpiepe hat. 


Selbstverständlich muss das über einen längeren Zeitraum in allen erdenklichen Situationen geübt werden. Zu Anfang solltet ihr euch nicht zu viel vornehmen. Lieber kleine Schritte. Die Schleppleine NIEMALS vergessen! Sie sichert euren Erfolg. Es kann passieren das ihr auch nach mehreren Wochen keinen großen Erfolg in kritischen Situationen habt. (Fremde Hunde, Hasen, Vögel, Fahrrad fahrer etc.) Das ist nicht schlimm. Sowas braucht Zeit, Geduld und Konsequenz. Schon das stehen bleiben auf Pfiff kann als Erfolg verbucht werden. 

Man sollte nicht vergessen, dass es bei unserer Variante nicht heißt: Leckerchen gegen Herkommen sondern Leckerchen, wenn du kommst, aber beim Nichtkommen landest du trotzdem neben mir. Man kann es deshalb auch komplett ohne Belohnung aufbauen, wenn man möchte. Vierbeiner lernt so das er egal was er tut, trotzdem bei Herrchen/Frauchen endet. 

Kommentare:

  1. Danke für diese toll beschriebene Übung! Jeder Hund sollte zuverlässig zurückgerufen werden können! Leider sieht nicht jeder Zweibeiner den Sinn darin.

    LG Jérôme - www.homepets.de

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    1. Ja das merken wir leider auch viel zu oft. :-(

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  2. Eine sehr schön geschriebene Erklärung ... besonders die häufigen Hinweise auf die Zeit sind wichtig. Leider kenne ich zu viele Hundehalter die sich die ersten Trainingserfolge wieder verdorben haben, weil sie dachten, nach 2 Wochen intensivem Training klappt der Rückruf ja perfekt und dann muss man nie wieder was tun ... außer dem Hund dann in Feld ein langgezogenes "NEIIIIIIN ... KOMM HIIIIIIER" hinterher zu brüllen und dann zu erklären, einen XX-Hund (beliebige Rasse einsetzbar) könne man halt nicht zuverlässig trainieren!

    Liebe Grüße,
    Isabella mit Damon und Cara

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    1. Manche haben nicht einmal sowas wie einen Rückruf. :-/

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