Fütterung im Training


Heute erzähl ich euch mal, wie das bei uns mit der Fütterung läuft. Wenn es nach mir gänge würde ich die ganze Zeit fressen. Die Herrschaften sehen das natürlich wieder anders. *Augen verdreh* Eine gute nährstoffreiche - leckere - Ernährung ist genauso wichtig wie der Zeitpunkt der Fütterung. (für mehr Infos hier) Die folgenden Angaben beziehen sich auf Frischfleischfütterung! 


Bevor wir loslegen ein bisschen Theorie:

Schnelligkeit, Kraft und Ausdauer sind die wesentlichen Leistungsmerkmale des Zughundes. Zur optimalen Entfaltung dieser Leistungen sollten dem Trainer, Kenntnisse über die Physiologie der Hunde bekannt sein, um körperliche Schäden verhindern zu können. Die Leistungsphysiologie oder Sportphysiologie befasst sich speziell mit den Lebensfunktionen unter den Bedingungen der intensiven körperlichen Leistung, also unter den Bedingungen des sportlichen Einsatzes beim Wettkampf und Training. Die sportliche Belastung durch Lauf- und Zugarbeit bewirkt im Organismus kurz- oder längerfristige Änderungen der verschiedenen Körperfunktionen. 


Um optimale Ergebnisse zu erzielen müssen vor allem die Atmungsorgane, aber auch Herz, Kreislauf und Muskelstoffwechsel gut funktionieren. Wichtige Punkte sind dabei die Sauerstofftransportkapazität des Blutes, der Übergang des Sauerstoffes aus dem Blut in die Muskeln sowie die Sauerstoffausnutzung im Muskel.

Dazu bedient sich die Muskelzelle der Hunde folgender Energiequellen:

1. Phase

Gleich zu Arbeitsbeginn, wird Adenosintriphosphat (ATP) kurzfristig aus dem im Muskel gespeicherten Phosphat gebildet und als Energiequelle verbraucht. Diese Energiegewinnung findet ohne Sauerstoffbeteiligung statt und dauert nur sehr kurze Zeit.

2. Phase 

Es wird AJP aus dem in der Muskelzelle eingelagerten tierischen Stärke (Glykogen) und freien Fettsäuren in Anwesenheit von Sauerstoff gebildet.

3. Phase

Da Glykogen beim Hund nur in geringen Mengen in den Zellen eingelagert ist, wird nun  auf die im Blut vorhandenen freien Fettsäuren zurückgegriffen.

4. Phase 

Bei längeren Leistungsphasen wird auf die in der Leber und danach auf die aus dem Körperfett freigesetzten Fettsäuren zurückgegriffen, soweit zwischenzeitlich kein Nachschub aus dem Verdauungstrakt erfolgte. Zur Energiegewinnung in der 3. und 4. Phase wird immer Sauerstoff benötigt.

Wie ihr sicher schon mitbekommen habt geht es immer wieder um FETT und FETTSÄUREN. Bei extremen Dauerbelastungen oder auch Überbelastungen kann es zu sogenannten Sauerstoffschuld kommen. Das führt unter anderen zum  Abbau der Glukose bis zur Milchsäure. Außerdem spielt bei der Energiegewinnung innerhalb der Muskelzelle der Mineralstoff Kalium eine große Rolle. Wir können also folgendes festhalten:

1. die Energieversorgung sollte vornehmlich direkt aus Fetten erfolgen

2. eine ausreichend hohe Kalium-Versorgung ist notwendig

3. Leistungsverlust kann folgende Ursachen haben:

- Mangel an energiereichen Verbindungen

- unzureichende Versorgung mit von an der Energiegewinnung beteiligter Stoffe, wie
z.B. Kalium

- unzureichende Sauerstoffversorgung

- Milchsäureansammlung in Muskel und Blut durch Überlastung

Wenn man roh füttert braucht man sich keine Gedanken über zusätzliche Kaliumgabe zu machen. Im Fleisch ist ausreichend vorhanden!


Wann und wie füttern? Bei uns gibt es einmal am Tag Futter und zwar Abends vor dem Schlafen gehen, denn rohes Fleisch ist zwar sehr gut verdaulich liegt aber lange im Bauch. (zwischen 6-8 Stunden) Bei Knochen ist es unter Umständen noch länger, da diese schwer verdaulich sind. (zwischen 10-12 Stunden) 

Sagen wir Fütterung gegen 21:00-22:00 dann müsste laut Adam Ries am nächsten früh alles "durch sein". Je nachdem wie der individuelle Tagesablauf ist kann man dann einen entspannten Spaziergang machen und Nachmittags relaxed ins Training starten. NIEMALS sollte ein Hund mit vollem Magen starten! Das ist lebensgefährlich! Es kann dadurch zu einer Magendrehung kommen. 

Es ist sinnvoll ein Trainingstagebuch zu führen, in dem alle wichtigen Zeiten, Gewicht und auch Tagesmoral des Hundes notiert werden. Jeder kennt seinen Hund/seine Hunde am Besten. Es ist wichtig mit Feingefühl einschätzen zu können, ob das Trainingspensum oder die Futtermenge gut aufeinander abgestimmt sind. 

In diesem Sinne: Sport frei! 

Kommentare:

  1. Wow, vielen lieben Dank für den tollen Beitrag =)
    Nun sind wir um einiges schlauer - und es wird mal wieder bestätigt das die tolle Sportart leider nichts für meine zwei ist =(.
    Ganz oft habe ich schon daran gedacht. Aber NEIN - Pippa ist einfach zu klein um mich zu ziehen und Deco mit seinen fast 11 Jahren ... *hmmmm*.. muss nun auch nicht wirklich sein.
    LG, Carola mit Deco + Pippa

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    1. Es ist nicht für jeden geeignet! Da hast du Recht. Man muss seinen Hund einfach genau beobachten, aber Dogtrekking könntet ihr vielleicht noch machen, wenn ihr gerne wandern geht. Da geht es nicht ums dolle ziehen auf Zeit. Das machen auch Senioren gerne noch mit. :-)

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  2. Ich fand es auch sehr, sehr spannend. Dabei muss es ja nicht immer etwas für den eigenen Hund sein.

    Viele liebe Grüße
    Sabine mit Socke

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