Korrigieren ohne zu Strafen!


Ich möchte heute mal ein Thema aufgreifen, was mir SEHR am Herzen liegt. Es geht um die Korrektur eines Hundes. Beobachtet man die eigenen Hunde mal genau, wird man feststellen, dass sie sich nicht ständig verprügeln, aber auch nicht alles dreimal sagen. In den meisten Fällen besteht die Kette aus FIXIEREN - ANSPANNEN - KNURREN - IN DIE LUFT SCHNAPPEN - KÖRPERLICHE ZURECHTWEISUNG. Von den verschiedenen Phasen gibt es natürlich noch ganz viele Grautöne, aber belassen wir es erstmal dabei.


"Wie können wir als Mensch das umsetzten?"


Wie jetzt Schokolade ist nichts für Hunde?

Ich hatte es schon in einem meiner vorherigen Beiträge beschrieben. (Klick!) An dieser Stelle möchte ich dazu aber nochmal ein anderes Beispiel nehmen: Du stellst etwas leckeres zu Essen irgendwohin, möchtest aber nicht, dass es der Hund isst. Es ist DEINE Lieblingsleckerei. Der Hund darf sie also auf keinen Fall bekommen!

Jetzt gibt es Menschen die haben eine sehr hohe Grundausstrahlung, sodass der Hund es niemals auch nur wagen würde etwas anzurühren, was seine Vertauensperson vorher abgelegt hat. Das gibt es - das ist aber nicht die Regel. 90% der Hunde würden euch eure Leckerei einfach wegessen. Also machen wir es genau wie Hunde auch. Viele kennen das was ich beschreibe sicher auch als Ampelsystem.

1. Stufe - Hund WARNEND anschauen (Dabei baut ihr in der Regel innerlich schon einiges an Energie auf.)

2. Stufe - mit dem ganzen Körper in Richtung Hund drehen und STARK ANSPANNEN (Gegebenenfalls einen Schritt auf ihn zumachen und mit ausgestrecktem Arm auf den Hund zeigen, denn ER ist gemeint. Sprecht bitte nicht mit eurem Hund. Wenn ihr es nicht lassen könnt, macht lieber ein Geräusch, was man auf keinen Fall schreien kann. "Scht." zum Beispiel.)

Spätestens jetzt reagieren schon sehr viele Hunde. Denkt immer an euer Essen. Beim Essen hört die Freundschaft auf. Sollte euer Hund jetzt einen Schritt zurück gehen oder sich hinsetzten oder hinlegen, dreht euch SOFORT weg und entspannt euch. Geht gerne auch ein paar Schritt weg. Sollte der Hund jetzt einen neuen Versuch starten - wiederholt es. Wenn es euch aber wirklich ernst war und nicht geschauspielert, wird er es nicht nochmal in Frage stellen. Das ist eine Frage des Respekts. Sollte es nicht ausreichen ihn auf Distanz zu korrigieren folgt Stufe 3.

Wie? Ich? Also Frauchen. Man zeigt nicht mit dem Finger auf angezogene Setter. *tstststs*

3. Stufe - der Hund wird kurz und energisch weggeschoben oder an der Flanke berührt (Die Hand sollte dabei angespannt sein und in etwa so als würdet ihr eine große Kugel halten. Das ergibt dann eine fließende Bewegung, wenn ihr den Arm schon auf ihn gerichtet habt. Hand auf noch impulsiv anspannen und danach SOFORT wieder Spannung raus und leicht zur Seite drehen. Auch nicht anschauen. Die Korrektur ist beendet.)

"Ihr könnt euch den letzten Schritt wie im Spiel vorstellen."

Spannung in der Hand und im Körper.

Wenn ihr rauft, fasst ihr euch ja auch nicht mit Samthandschuhen an, aber ihr schlagt euch auch nicht. Bestimmtheit und Gewalt sind etwas völlig anderes. Ihr denkt in dem Falle der Korrektur nicht "Och komm, lass spielen." oder "Ich hau dir jetzt auf die Fresse!" sondern "Hey, lass das sein!".

Je nachdem wie groß euer Hund ist oder wie viel Energie er hat wählt ihr eine angemessene Korrektur. Es gibt große Hunde die sind völlig ruhig und sensibel und kleine Hunde die total aufdrehen können und mehr Körperspannung brauchen. Wie intensiv die Korrektur sein muss. könnt nur ihr entscheiden. WICHTIG: Wenn ihr mehr als 3x korrigieren müsst, steht entweder zu wenig Spannung dahinter oder ihr meint es nicht wirklich ernst. Eure Hunde kennen euch besser als ihr denkt.

Ich möchte nochmal darauf hinweisen: Mit der Hand wird NIEMALS GESCHLAGEN und wenn der Hund aufhört SOFORT ENTSPANNEN. Das wichtigste ist aber was ihr denkt, wenn ihr den Hund korrigiert, denn DAS spiegelt sich in eurer Haltung wieder! Bedeutet: Egal wie ihr es am Ende macht und was ihr für euch mitnehmt, bleibt ehrlich zu euch und eurem Hund.

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