Aufgabe: Ziehen!


Du hast jetzt dein Equipment zu Hause liegen und bist voller Eifer. Super dann kann es ja jetzt losgehen. Geschirr dran und ab geht's! Fast jedenfalls. Wie in jedem Sport gibt es Einiges zu beachten, denn nicht jeder Hund weiß sofort, dass er ziehen soll.  Bei der Zugarbeit arbeitet der Hund vom Hundeführer weg, muss aber trotzdem mit seinem Menschen zusammenarbeiten. Das fordert den Hund körperlich & geistig.

Es gibt Hunde, die sich anfangs schwer damit tun, vom Hundeführer wegzuarbeiten. Lasst euch davon nicht entmutigen. Solche Hunde haben dafür im Kommandotraining Vorteile, aber dazu kommen wir noch. Viele haben Bedenken, dass sie sich durch Zughundetraining ihre hart erarbeitete Leinenführigkeit zunichte machen. Nein - tut ihr nicht. Am Halsband zu laufen ist etwas Anderes als am Geschirr. Das können sie unterscheiden.

Anmerkung: Der Hund sollte zu Beginn des Trainings mindestens 12 Monate alt und gesund sein!

"Wie lernt mein Hund das Ziehen?"


Bevor ihr startet, geht 10-15min Gassi, damit der Hund warm ist und sich lösen kann.

1. Variante (mit Partner)

Ihr zieht eurem Hund das Geschirr an und befestigt ihn über die Jöringleine an eurem Canicrossgürtel. Euer Partner schnappt sich Leckerlie oder das Lieblingsspielzeug und macht den Hund "heiß" auf das besagte Objekt. D.h., der Partner gibt ein paar Leckerlie und spielt damit vor der Nase des Hundes rum bzw. spielt mit dem Spielzeug ein kurzes Zerrspiel und wirft es durch die Luft. Wichtig: Euer Hund muss das Objekt unbedingt wollen! Danach läuft der Partner ca. 10-15m von euch weg. Der Hund bleibt dabei an eurer Seite.



Jetzt sprecht ihr einfach das Wort aus, das ihr als Zugkommando nehmen wollt.  "Lauf!" "Go!" "Los!", wie ihr wollt. Zeitgleich rennt ihr los. Ihr solltet wirklich RENNEN - wenn der Hund das Objekt wirklich haben will, kann der Ruck euch aus den Socken hauen. Da hilft auch kein Ruckdämpfer mehr.



Manche Hunde sind im ersten Moment verunsichert, wenn der Widerstand kommt und drehen sich zu euch um. Das kann passieren, wenn man im Vorfeld viel an der Leinenführigkeit geübt hat und der Hund an der Stelle fragt: "Mach ich das jetzt wirklich richtig?" Zeigt in dem Fall nach vorne (zum Objekt der Begierde) und wiederholt das Kommando. Der Partner darf auch gerne unterstützend rufen und mit Leckerlie oder Spielzeug wedeln.

Zieht der Hund die ersten Meter ohne sich sofort umzudrehen, ist ein verbales Lob auf dem Weg zum Partner nicht immer zweckdienlich. Viele Hunde drehen sich dann wieder um. Gründe dafür können wieder Verunsicherung oder Freude über das Lob sein. In dem Fall solltet ihr zum Stehen kommen und die Übung von vorn beginnen. Haltet euch diesmal mit verbalem Lob zurück, bis ihr den Partner erreicht habt.

Das Ziel ist: Der Hund zieht auf euer Zugkommando auf direktem Weg zum Objekt, das er haben will. Dann gebt ihr dem Hund natürlich Leckerlies/ Spielzeug und lobt ausgiebig.

Mit der Zeit könnt ihr die Distanz verlängern. Einer der letzten Schritte sollte sein, den Partner außer Sichtfeld laufen zu lassen. In der Regel haben es die Hunde zu dem Zeitpunkt aber schon verstanden.

2. Variante (alleine)

Wenn ihr alleine seid, könnt ihr selbst den Teil des Partners übernehmen.

Dafür könnt ihr zum einen den Hund ablegen und euch alleine 10-15m vom Hund entfernen. Danach macht ihr den Hund auf Leckerlie oder Spielzeug aufmerksam und legt es an eine für den Hund gut sichtbare Stelle. Lauft zurück - macht euch und Hund startklar - Kommando und los.

Zum anderen könnt ihr auch mit dem Hund ein kurzes Zerrspiel machen und das Spielzeug dann auf den Boden fallen lassen. Geht zusammen mit dem Hund 10-15m weg und lasst ihn auf euer Zugkommando zum Spielzeug ziehen. Diese Variante eignet sich super für spielverrückte Hunde.


3. Variante (mit Partner)

Wenn ihr einen sportlichen Partner habt, könnt ihr diesen durchaus als "Hase" vor raus schicken. Dazu schnappt sich euer Partner wieder Leckerlie oder Spielzeug, macht den Hund "heiß" und rennt los. Wichtig: Lasst den Hund jetzt nicht einfach hinterherfetzen! Der Hund und ihr bleibt an der Stelle stehen - und auf euer Zugkommando jagt ihr zusammen den "Hasen". Macht die Laufintervalle am Anfang kurz, auch wenn der Hund sofort versteht, dass er Ziehen soll.

Wenn ihr später die "Hasenjagt" auf mehrere Hundert Meter ausdehnt, motiviert das viele Hunde derart, dass der Partner läuferisch keine Chance mehr zum Entkommen hat. In dem
Fall kann sich der Partner auch auf ein Fahrrad setzen.

Vergesst auch bei dieser Variante nicht, dass der Hund am Ende Leckerlie oder Spielzeug bekommt und ihr euch zusammen über den "Hasen" freut.


4. Variante (mit Partner)

Sucht euch ein Canicrossteam in der Nähe und geht zusammen Laufen. Manche Hunde lernen super durch Abschauen von einem erfahrenen Hund!


"Und wie bewahre ich mir meine Leinenführigkeit?"


Trennt das Zughundetraining vom "normalen Spaziergang". Wir arbeiten so, dass die Hunde im Alltag am Halsband laufen. Am Halsband wird nicht gezogen! (klick!)

Auf dem Weg zum Zughundetraining läuft der Hund leinenführig am Halsband. Im Training trägt der Hund sein Zuggeschirr und zieht. Nach dem Training wird der Hund wieder am Halsband geführt - gezogen wird allerdings nicht mehr.

Dass ein Zughund leinenführig sein sollte, ist unsere Meinung.

Dass ein Zughund auch leinenführig sein kann, seht ihr hier.

Kommentare:

  1. Ein sehr sehr Spannendes Thema.Emmely darf beim Inliner ziehen, macht es aber vorallem dann, wenn uns jemand überholt oder wir unserem Laufpartner ein bisschen Vorsprung lassen. Wenn das Wetter besser ist, probieren wir eure Tipps mal aus
    Liebste Grüße

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