Der Sachsentrail - Canicross zwischen 720 Trailrunnern


Am Samstag fand der lang ersehnte 3. SAXOPRINT SachsenTrail statt. Das ist ein Crosslauf bei dem man CROSS großschreiben sollte! Und weil es in unserer Nähe so wenig Veranstaltungen rund um den Zughundesport gibt, hab ich mich kurzerhand für den QuarterTrail (19km und 490Hm) angemeldet und Ilari gleich mitgenommen.

Ob ich den Hund mitführen darf, hab ich natürlich vorher bei der Organisation erfragt und dabei eine super nette, sympathische Antwort bekommen. Ich darf Ilari mitnehmen, wenn ich hinten starte und später überhole, sobald das Feld auseinandergezogen ist. Außerdem muss der Hund auf der Veranstaltung an der Leine geführt werden und auf Menschen, die ängstlich gegenüber Hunden reagieren, sollen wir besonders Rücksicht nehmen, was sich für mich jedoch von selbst versteht.

Unser Team vor dem Start!

Dann war er da, der Samstag. Pünktlich halb 7 stand unser Sohnemann im Bett. Somit konnten wir uns einen Wecker sparen. Danach gab´s Frühstück und fix noch den letzten Krimskrams zusammenpacken... Um 8 saßen wir mit Sack und Pack im Auto, die Nase Richtung Erzgebirge. Um genau zu sein, ging´s zum wunderschönen Sportpark Rabenberg in Breitenbrunn. Dort angekommen fing es erstmal an zu nieseln - klasse! Ich meine, Regen war ja gemeldet, aber als es dann tatsächlich anfing, fand ich´s irgendwie kacke. Zwei Stunden im Regen zu rennen kann wirklich unangenehm werden, vor allem wenn man so ein Wettermimöschen wie den Setter mitnehmen möchte. Ilari dreht bei solchem Wetter normalerweise auf der Türschwelle wieder um.


12Uhr sollte also der Start für den Quartertrail sein. Als wir uns aufstellten, gab es zu unserer Begeisterung noch andere Läufer, die diesen Trail mit ihrem vierbeinigen Freund unsicher machen wollten.


Punkt 12 erklang das Startsignal und nach einem kurzen Anstieg ging es erstmal kilometerlang einen heftigen, aber schönen Single Trail abwärts. Der hatte es in sich, denn er verlangte von mir als Canicrosser einiges ab. Der Weg war gerade so breit, dass eine Person laufen konnte. Er führte über Stock und Stein, Wurzeln und Holzbrücken - vorbei an Bremsennestern, denn so wie ich gehört habe, ist jeder Zweite dort auf dem Weg nach unten von einer Bremse gebissen worden. So natürlich auch ich.

Abwärts unterwegs.
Sich vom Hund einfach unüberlegt abwärtszerren lassen, war unmöglich. Wegen der Breite des Weges konnte ich die anderen Läufer nicht einfach überholen. Außerdem waren die Bodenbeschaffenheiten seeeehr anspruchsvoll und der Regen machte es nicht besser. Also blieb nur eine Möglichkeit - zusammen mit Vorder- und Hintermann in einer Reihe diesen Trail bezwingen. Ilari habe ich an der Seite geführt. Im Zug wäre es für mich und alle anderen Teilnehmer läuferisch definitiv zu gefährlich gewesen.

Durch meine VibramFiveFingers (Barfußschuhe) merke ich natürlich fast jeden Stein. Ich muss also wahnsinnig bei der Sache sein und genau hingucken, wo ich hinlaufe. Ist der Hund mit von der Partie, kann man schon heftig aus der Puste kommen. Das Anstrengendste war für mich, dass ich durch das ständige Umlaufen von Steinen und Wurzelwerk immer andere Schritte machen musste und so nicht in mein Tempo finden konnte. Ja, es war sehr anspruchsvoll, aber auch mega geil!



Als es später bergauf ging, konnte ich Ilari in die Zugarbeit schicken und meinen Rhythmus finden. Das Feld zog sich auseinander und so konnten wir sogar ein paar Läufer überholen. Die anderen Trailrunner schienen nach dem Abstieg auch wieder Luft zu haben, denn fast jeder Zweite, sprach mich auf meinen Hund, meine lustigen Zehenschuhe oder sogar beides an. Die wohl kreativsten Kommentare in Bezug auf Ilari waren: "Hey, ist das der Shuttle, der uns nach Hause bringt, wenn wir nicht mehr können?" oder "Cool, das ist ja mal ne echte Alternative zum E-Bike."


Am Ende sind wir unter 2h10min nass, erschöpft aber sehr zufrieden ins Ziel gekommen. Ilari hat von Anfang bis Ende super gearbeitet und lief klasse im Zug. Einige Anstiege waren so krass, dass man sie nur gehend bezwingen konnte, aber auch dort hat das Setterle einen prima Job gemacht und mich hochgezogen.

Rückblickend habe ich gemerkt, dass es verdammt wichtig ist, dass man den Hund unter Kontrolle hat. Der im Zug arbeitende Hund sollte jederzeit abgebrochen werden können. (d.h. auf Signal nimmt der Hund schlagartig den Zug raus und lässt sich neben euch führen) Es gibt einfach Wege, die man wesentlich sicherer, kräftesparender und schneller hinunterkommt, wenn der Hund ohne Zug an eurer Seite läuft, anstatt wie irre zu ziehen.

Ich freue mich, wenn ich den Canicrosssport durch mein Erscheinen in der Laufszene etwas bekannter gemacht habe und sich der ein oder andere Läufer inspiriert fühlt, seinen Hund demnächst einfach mit auf den Trail zu nehmen. Dabei möchte ich als Beispiel solcher Zughundesportler auftreten, die rücksichtsvoll an solchen Veranstaltungen teilnehmen, wenn wir schon die Chance bekommen.

Auch das Thema Lauftechnik und Schuhwerk liegt mir am Herzen. Ich möchte beweisen, dass man so harte Strecken wie den Sachsentrail auch gesund und schmerzfrei laufen kann. Zu viele sind bei den Steinen und Wurzeln umgeknickt. Einige mussten sogar ausscheiden. Leute, zieht euch diese super-(fetten)-Trailschuhe aus! Ihr müsst nicht mit Zehenschuhen laufen, aber zieht leichte Schuhe an und lasst den Fuß wieder mehr arbeiten. Wenn ihr mal den ein oder anderen Stein merkt, ist das nicht schlecht, im Gegenteil! Ihr werdet ganz anders Laufen und von allein eine andere Haltung einnehmen. Sämtliche Bänder und Muskeln im Fuß bekommen ihre Aufgabe zurück und er stabilisiert sich von selbst.
Glückliche Finisher.

Der SachsenTrail ist eine wunderbare Laufveranstaltung und definitiv weiterzuempfehlen! Ich bin noch keine geilere Strecke gelaufen! Es war mein erster Versuch, mit Ilari an einer reinen Laufveranstaltung teilzunehmen und es war ein voller Erfolg! Es hat mega Spaß gemacht. Nächstes Jahr will ich wieder mit dabei sein und die Zughunde Dresden möchte ich gleich mitbringen.

Kommentare:

  1. Toller Bericht! Warum kommt nichts mehr?

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    1. Weil wir aktuell mit unserem Studium sehr stark belastet sind. :-(

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